Was eine unpassende Slotlänge wirtschaftlich kostet
Wenn Ihnen die Praxis gehört, ist die Frage nicht in erster Linie, ob der Nachmittag im Plan liegt, sondern was die Gerätezeit einbringt. Abschreibung, Leasingrate, Wartungsvertrag und Personal laufen weiter – unabhängig davon, ob ein MRT belegt ist oder eine Viertelstunde leer steht.
Der wirtschaftliche Kern: Deckungsbeitrag je Gerätestunde
Abschnitt betitelt „Der wirtschaftliche Kern: Deckungsbeitrag je Gerätestunde“Eine Slotlänge, die nicht zur tatsächlichen Belegungszeit passt, schlägt auf beiden Seiten durch:
- Zu kurz geplant: Die Untersuchung überzieht, der Rückstand wandert in die folgenden Termine. Am Ende des Tages steht Personal länger, oder ein Slot fällt aus.
- Zu lang geplant: Zwischen den Untersuchungen bleibt Gerätezeit ungenutzt. Die Kosten dieser Minuten fallen trotzdem an, ein Erlös steht ihnen nicht gegenüber.
Beides lässt sich in den Deckungsbeitrag je Gerätestunde umrechnen, sobald Kosten, Erlöse und die tatsächlich belegte Zeit nebeneinanderliegen. Dazu kommt der Erlösmix: Wie sich budgetgebundene, extrabudgetäre und GOÄ-Leistungen über das Quartal verteilen, bestimmt mit, was eine Gerätestunde einbringt.
Warum ein Mittelwert dafür nicht reicht
Abschnitt betitelt „Warum ein Mittelwert dafür nicht reicht“Untersuchungsdauern sind selten normalverteilt. Ein paar sehr lange Untersuchungen ziehen den Durchschnitt nach oben, ohne dass die Mehrzahl der Fälle so lange dauert. Wer mit diesem Durchschnitt plant, plant für keinen der beiden Fälle richtig.
Belastbarer ist die Dauer als Bereich – in der Form „80 % der Untersuchungen dieser Art liegen zwischen X und Y“, wobei X und Y aus den eigenen Daten stammen. Dazu gehört, wie sicher dieser Bereich ist: Eine Untersuchungsart mit wenigen Fällen im Auswertungszeitraum lässt weniger sichere Aussagen zu als eine, die täglich vorkommt.
Erst mit dieser Bandbreite wird die Rechnung ehrlich. Der Deckungsbeitrag einer Untersuchungsart ist dann keine einzelne Zahl, sondern eine Spanne – und Entscheidungen über Slotlängen, Öffnungszeiten oder Untersuchungsmix lassen sich daran ausrichten, statt am Bauchgefühl.
Woher die Schwankung kommt
Abschnitt betitelt „Woher die Schwankung kommt“Ein Teil der Streuung ist erklärbar und damit planbar:
- Protokoll und Gerät. Dieselbe Untersuchung kann an verschiedenen Geräten unterschiedlich lange dauern, wird aber oft mit derselben Slotlänge geplant.
- Untersuchungsbezogene Merkmale (pseudonymisiert). Kontrastmittelgabe, eingeschränkte Lagerungsfähigkeit, Klaustrophobie, stationär oder ambulant.
- Tagesdynamik. Verspätete Ankünfte, Ausfälle, eingeschobene Notfälle und Rückstände, die sich über den Tag addieren.
Was sich damit nicht erklären lässt, bleibt Restunsicherheit. Die gehört ausgewiesen, nicht weggemittelt.
Was sich messen lässt
Abschnitt betitelt „Was sich messen lässt“Die Zeitstempel in den DICOM-Headern der Modalitäten dokumentieren, wann Bildakquisitionen tatsächlich stattgefunden haben. Das RIS kennt Termine, Untersuchungsarten und Statuszeitpunkte, die Abrechnung kennt Ziffern und Kostenträgergruppe. Zusammengeführt und pseudonymisiert ergibt sich daraus, wie lange jede Untersuchungsart an jedem Gerät wirklich dauert, wie stark das schwankt und was eine Stunde an diesem Gerät einbringt.
Wartezeit: die Grenze, nicht das Ziel
Abschnitt betitelt „Wartezeit: die Grenze, nicht das Ziel“Wer Slotlängen und Untersuchungsmix an der Wirtschaftlichkeit ausrichtet, braucht ein Gegengewicht auf der Seite der Versorgung. Deshalb laufen Terminvorlauf und Wartezeiten als Grenze mit: nicht als Hauptziel der Planung, sondern als Kontrolle, dass eine wirtschaftliche Verbesserung nicht zu Lasten der Versorgung geht.
Ganz verschwinden werden Verzögerungen ohnehin nie; Notfälle und Unvorhergesehenes gehören zum Alltag. Doch der Anteil, der aus der Planung selbst entsteht, lässt sich sichtbar machen, und die Ansatzpunkte zur Reduktion zeigen sich in denselben Daten.
Mehr dazu auf den Seiten Kosten und Erlöse je Gerätestunde, Untersuchungsdauern und Wartezeiten.