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Kosten und Erlöse je Gerätestunde

Die knappste Ressource einer Radiologie ist die Gerätezeit an MRT und CT. Was diese Zeit kostet und was sie einbringt, ist deshalb die zentrale Kennzahl: Der Deckungsbeitrag je Gerätestunde macht Untersuchungsarten vergleichbar und zeigt, welcher Untersuchungsmix ein Gerät wirtschaftlich trägt.

Wir schlüsseln die Kosten so weit auf, dass sie der Belegungszeit eines Geräts zugeordnet werden können:

  • Gerät: Abschreibung oder Leasingrate, Wartungs- und Serviceverträge, Energie, Helium bzw. Kühlung
  • Personal: MTR, Anmeldung und ärztliche Zeit, getrennt nach dem Anteil, der an die Gerätezeit gekoppelt ist
  • Raum und Infrastruktur: Miete, Abschreibung der Baumaßnahmen, IT und PACS-Anteil
  • Verbrauch: Kontrastmittel, Spulen- und Materialverbrauch, untersuchungsbezogen zugeordnet
  • Gemeinkosten: anteilig, mit offengelegtem Verteilungsschlüssel

Ergebnis ist ein Stundensatz je Gerät und Betriebszeitfenster – kein Durchschnitt über die gesamte Praxis. Für die Slotplanung wird derselbe Satz auf die Minute am Gerät heruntergebrochen, weil dort einzelne Minuten den Unterschied machen.

Kosten der Gerätezeit mal Belegungszeit ergibt die Kostenseite einer Untersuchung. Zusammen mit dem Erlös entsteht der Deckungsbeitrag – je Untersuchungsart und Gerät, umgerechnet auf die Gerätestunde. Weil die Belegungszeit schwankt, betrachten wir den Deckungsbeitrag nicht als einzelne Zahl, sondern über die Bandbreite der tatsächlichen Untersuchungszeiten (siehe Untersuchungsdauern).

Daraus lässt sich der Untersuchungsmix nach seinem wirtschaftlichen Beitrag planen und priorisieren. Wie das in Slotvorlagen und Untersuchungsmix übersetzt wird, beschreibt die wirtschaftliche Terminplanung.

Der Erlös einer Untersuchung hängt davon ab, aus welcher Quelle er stammt. Wir betrachten drei Gruppen getrennt:

  • EBM im Budget: Leistungen, die dem Regelleistungsvolumen (RLV) und den qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) zugeordnet sind. Entscheidend ist hier nicht nur der Punktwert, sondern der Budgetstand: wie weit das Volumen im Verhältnis zum Quartalsverlauf ausgeschöpft ist. Ist es ausgeschöpft, bricht der Grenzerlös weiterer Untersuchungen dieser Gruppe ein – die Leistung wird erbracht, aber nur noch abgestaffelt oder quotiert vergütet.
  • Extrabudgetärer EBM: Leistungen, die außerhalb der budgetierten Volumina vergütet werden. Ihr Grenzerlös bleibt über das Quartal stabil.
  • GOÄ: privat Versicherte und Selbstzahler, unabhängig von den Volumina.

Dieselbe Untersuchung kann dadurch zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Quartal einen sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Beitrag haben. Der Budgetstand wird deshalb laufend mitgeführt, nicht erst mit dem Honorarbescheid ausgewertet. Hintergründe zu den Volumina erläutert der Artikel RLV und QZV erklärt.

  • Stundensatz der Gerätezeit je Gerät mit nachvollziehbarem Kostenmodell
  • Deckungsbeitragsvergleich je Gerätestunde über Untersuchungsarten, Geräte und Standorte, dazu der Erlösmix aus budgetgebundenen, extrabudgetären und GOÄ-Leistungen
  • Quartalsmonitor für den Budgetstand von RLV und QZV mit Blick auf den Grenzerlös
  • Szenarien, etwa zu veränderten Slotlängen, Betriebszeiten, Erlösmix oder Budgetstand

Die Kalkulation ist ein betriebswirtschaftliches Planungsinstrument und ersetzt keine steuerliche oder abrechnungsrechtliche Beratung.

Wie diese Werte aus Ihren eigenen Zeit-, Abrechnungs- und Kostendaten abgeleitet und plausibilisiert werden, beschreibt die Seite Kosten und Erlöse je Untersuchung.