Durchsatzkennzahlen für MRT und CT
Wer Abläufe an MRT und CT verbessern will, braucht Kennzahlen, die eindeutig definiert und aus vorhandenen Daten reproduzierbar sind. Dieser Artikel stellt die wichtigsten vor.
Auslastung
Abschnitt betitelt „Auslastung“Definition: belegte Gerätezeit im Verhältnis zur verfügbaren Gerätezeit.
- Die verfügbare Zeit sollte klar festgelegt sein: reguläre Betriebszeiten, abzüglich geplanter Wartung.
- Unterscheiden Sie geplante Auslastung (laut Terminbuch) und tatsächliche Auslastung (laut Modalitätszeitstempeln). Die Differenz zeigt, wie gut Planung und Realität zusammenpassen.
Untersuchungsdauer
Abschnitt betitelt „Untersuchungsdauer“Hier lohnt es sich, mehrere Zeitspannen zu trennen:
- Scanzeit: von der ersten bis zur letzten Bildakquisition, aus den DICOM-Headern ableitbar.
- Raumzeit: vom Betreten bis zum Verlassen des Untersuchungsraums, inklusive Lagerung und Vorbereitung. Sie ist oft nur aus RIS-Status oder ergänzenden Erfassungen verfügbar.
- Wechselzeit: Zeit zwischen dem Ende einer Untersuchung und dem Beginn der nächsten.
Dauern sind selten normalverteilt. Median und Perzentile beschreiben sie besser als der Mittelwert, weil einzelne sehr lange Untersuchungen den Durchschnitt stark verzerren.
Slot-Passung
Abschnitt betitelt „Slot-Passung“Definition: Abweichung der tatsächlichen Raumzeit von der geplanten Slotlänge je Untersuchungsart.
Systematisch zu kurze Slots führen zu wachsenden Verzögerungen im Tagesverlauf, systematisch zu lange zu ungenutzter Gerätezeit.
Wartezeit am Untersuchungstag
Abschnitt betitelt „Wartezeit am Untersuchungstag“Definition: Zeit zwischen Termin (oder Ankunft, falls später) und tatsächlichem Untersuchungsbeginn.
- Getrennt nach Tageszeit ausgewertet zeigt sie, ob sich Verzögerungen aufbauen.
- Die Ankunftszeit ist oft nur ungenau erfasst; das sollte bei der Interpretation berücksichtigt werden.
Pünktlichkeit des Starts
Abschnitt betitelt „Pünktlichkeit des Starts“Definition: Anteil der Untersuchungen, die innerhalb einer festgelegten Toleranz zur Terminzeit beginnen. Die Toleranz sollte vorab und einheitlich festgelegt werden.
Terminvorlauf
Abschnitt betitelt „Terminvorlauf“Definition: Zeit zwischen Terminvereinbarung und Untersuchungstermin. Sie beschreibt die Wartezeit auf einen Termin und sollte nach Untersuchungsart und Dringlichkeit getrennt betrachtet werden.
Ausfälle
Abschnitt betitelt „Ausfälle“Definition: Anteil nicht wahrgenommener oder kurzfristig abgesagter Termine. Ob und wie frei gewordene Slots wieder belegt werden, gehört zur gleichen Betrachtung.
Datenquellen und Fallstricke
Abschnitt betitelt „Datenquellen und Fallstricke“| Quelle | Liefert | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| DICOM-Header der Modalität | Studien-, Serien- und Akquisitionszeiten, Protokollnamen | Uhrzeitsynchronisation der Geräte, uneinheitliche Protokollbezeichnungen |
| RIS | Termine, Untersuchungsarten, Statuszeitpunkte | Status werden oft manuell und verzögert gesetzt |
| Terminplanung | geplante Slots, Terminvereinbarung | nachträgliche Umbuchungen überschreiben ursprüngliche Planung |
Für belastbare Kennzahlen werden die Quellen verknüpft und gegeneinander plausibilisiert. Wie wir das in Projekten umsetzen, beschreibt die Seite Untersuchungsdauern.